Geschirre, Wagen und Karren

Die Beschirrung der Tiere ist ein leider oft nur nebensächlich betrachteter Aspekt der Rinderanspannung, obwohl er überaus bedeutsam ist. In der Geschichte hat es viele Arten der Anspannung und Beschirrung gegeben, z.T. auch nebeneinander und konkurrierend. Wir favorisieren heute jedoch die Kummetanspannung nach Steinmetz (s. Literaturliste). Sie ist die optimale Anspannungsart. Sie ist der Anatomie und dem Bewegungsablauf eines ziehenden Rindes angepaßt, überaus flexibel und zudem außerst effizient.

Sie bestehtaus einem in sich beweglichen gepolsterten Kummet. Die Zugkraft wird am Schulterblatt des Rindes abgenommen.
Damit liegt der Lastabnahemepunkt an einer Stelle, die den Bewegungsablauf des Rindes nicht beeinträchtigt. Zudem kann der Zugwinkel flach gehalten werden, was die Effizienz der Zugleistung erhöht. Die Zugstränge werden am Kummet befestigt. Je nach Anspannung (doppelt oder einfach) wird das Geschirr über einen Bauchriemen fixiert. Die Aufhaltemöglichkeiten für den zu ziehenden Wagen sind über an der Deichsel befestigte Ketten oder das Rückgeschirr, welches in die Schere eingehängt wird, gegeben.

Die Beschaffung guter Geschirre ist heute eine kleine Herausfordeung. Noch vorhandene Geschirre sind meist in schlechtem und unbrauchbaren Zustand (Leder spröde und nicht mehr belastbar) zudem nur selten komplett. Sie dienen allenfalls als Vorlage für eine Neuerstellung oder als Dekorationsutensil. Es gibt jedoch keine Sattler mehr, die derartige Geschirre anfertigen wollen oder können. Es bleibt einem oft nur die Suche nach einem Sattler, den man dann überreden muß, einem doch vielleicht ein Kummet bzw. eine komplette Beschirrung zu erstellen.

Literaturhinweis: Rolf Minhorst, Modernes Geschirr für Rinder (s. Literaturliste)

An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich alle Sattler, Lederverarbeiter oder wer auch immer sich mit dieser Thematik beschäftigen möchte aufrufen, sich mit uns in Verbindung zu setzen um diesen unbedienten Markt zu bearbeiten.