Tiere anlernen

Prinzipiell muß an dieser Stelle sicher festgehalten werden, daß sich jedes Rind zur Arbeit eignet, bzw. angelernt werden kann und zur Arbeit und zu Spanndiensten verwendet werden kann.
Bullen, Ochsen oder Kühe
Es gibt genügend Beispiele aus der Geschichte, daß auch Bullen zur Arbeit herangezogen worden sind. Sie haben auf jeden Fall den Vorteil, daß sie sehr kraftvoll sind und daher auch für schwere Zugdienste geeignet sind. Bullen haben jedoch auch ein sehr lebhaftes Temperament, welches diese insbesondere bei nicht ausreichender Ausbildung und Betreuung der Tiere in der Handhabung etwas schwierig und unbeherrschbar machen kann. Nun, zumindest war es eher unüblich Bullen in größerem Ausmaß und Umfang zu Zugarbeiten einzusetzen.

Eine wesentlich größere Rolle spielten Ochsen und Kühe. Kuhanspannung war noch bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts für fast alle kleinbäürlichen Betriebe eine existenzielle Notwendigkeit. Vielerorts war die Zug- oder Arbeitsleistung der Kühe bedeutender als deren Milchleistung oder gar deren Fleischleistung. Es waren noch echte Drei-Nutzungs-Kühe.

Die Ochsenhaltung erforderte dagegen einen etwas größeren Betrieb, der sich die Haltung dieser Tiere ausschießlich zu Spanndiensten erlauben konnte bzw. das Arbeitsvolumen auf den Betrieben es erforderte. Je nach dem, ob Ochsen früh (mit wenigen Wochen) oder spät (über 1 Jahr) kastriert wurden, entwickelten sie einen typischen Ochsenhabitus (relativ schmal aber sehr groß, lange Hörner, kuhmäßiger Ausdruck) oder sahen teilweise auch recht bullig aus. Auch blieben diese Tiere etwas temperamentvoller gegenüber den recht umgänglichen und gemütlichen früher kastrierten Tieren. Ausdauer, Kraft und Zähigkeit zeichen jedoch alle Ochsen aus.

Die Frage, welche Rassen sich am ehesten zur Zugarbeit eignen möchte ich lieber unbeantwortet lassen. Die Tatsache, daß vorwiegend die Rassen der Mittelgebirge (Höhenviehrassen) zur Arbeit verwendet wurden, hat sicher in erster Linie damit zu tun, daß in den Gebieten in denen diese Rassen gehalten wurden, die Rinderanspannung noch sehr viel länger üblich war, als in den Tieflandregionen, in denen andere Betriebsstrukturen vorlagen und auch der Grad der Mechanisierung sich von dem der Mittelgebirgslagen unterschied. Traditionell werden jedoch aus dieser Sitation heraus die Höhenviehschläge als die klassischen Zug- und Arbeitsrinder gesehen.

Genauere Informationen zur Zug- und Arbeitsleistung von Rassen bieten die Ergebnisse der Zugleistungsprüfungen der Deutschen Landwirtschafts Gesellschaft, die bereits im vorletzten Jahrhundert, und bis weit ins 20. Jahrhundert durchgeführt wurden.
Anlernen
Das Anlernen der Zugtiere erfolgte immer derart, daß zu einem oder mehreren erfahrenen Zugtieren das anzulernende Tier dazugespannt wurde. Es konnte somit schrittweise an die Aufgaben herangeführt werden. Heute stehen viele Hobby-Bullockies jedoch vor der Frage: "Wie um alles in der Welt fange ich es an, daß ich das Tier zum Arbeits- oder Zugrind ausbilde". Folgende vereinfachte Vorgehensweise sei hier kurz skizziert.



Dann wird's interessant. Das Tier soll aber dann mindestens 18 Monate alt sein.